Der CRI Wert (Color Rendering Index) sollte die Farbtreue von Leuchtmitteln bestimmen - tut er aber (meist) nicht!

Der CRI Wert (Color Rendering Index) sollte die Farbtreue von Leuchtmitteln bestimmen - tut er aber (meist) nicht!

Warum es für Sie wichtig ist nicht nur den CRI Wert zu kennen und zu verstehen, sondern auch was sich hinter der Kennzeichnung R9 verbirgt 

Wie erklärt man Farbe, und genauer gesagt, wie erklärt man richtige Farbe im Gegensatz zu falscher Farbe, denn das ist wichtig, wenn es darum geht, Licht und seine Eigenheiten zu verstehen.

Einzelhändler z.B. sollten bei der Wahl des richtigen Lichttyps für die Präsentation ihrer Produkte und Waren einiges beachten - sie wollen schließlich doch, dass die Produkte farblich korrekt und natürlich aussehen und nicht farblos, schmuddelig gedämpft oder in irgendeiner anderen Weise falsch dargestellt werden.

Das von künstlichen Lichtquellen wie z.B. LED ausgestrahlte Licht hat verschiedene Aspekte und Eigenschaften, die es zu beachten gilt.
Bei dem CRI oder Color Rendering Index handelt es sich um die gängigste Methode zur Bewertung der Farbtreue. Aber es gibt noch mehr zu verstehen und zu berücksichtigen, wenn es um Farbwiedergabe und Lichtqualität geht - in dieser Hinsicht ist der CRI Wert eines Leuchtmittels für sich genommen wenig aussagekräftig.

Und hier kommt R9 ins Spiel. Um zu erklären, was der R9-Beleuchtungswert ist und warum er so wichtig ist, sollten wir vorab klären, was genau der CRI oder Color Rendering Index ist.

CRI ist ein Wert, der die Fähigkeit einer Lichtquelle misst, die genauen, natürlichen Farben eines Objekts im Vergleich zu einer Referenzlichtquelle wie z.B. dem Sonnenlicht wiederzugeben. CRI hat einen Höchstwert von 100. Lichtquellen mit einem hohen CRI-Wert, z. B. 80, 90 oder gar 100, sind am besten geeignet, um Farben naturgetreu wiederzugeben - aber...

Für den vollständigen CRI werden vierzehn Testfarben verwendet, die mit Werten von R1 bis R14 bewertet werden. Für jede einzelne Farbe bedeutet ein hoher CRI Wert, dass diese Farbe gut wiedergegeben wird. Der von Leuchtmittelherstellern verwendete, allgemeine CRI-Wert misst eine Lichtquelle jedoch nur anhand der ersten acht Farben und bildet den Durchschnitt der Einzelwerte von R1 bis R8.
Eine weitere Unzulänglichkeit hierbei ist, dass diese ersten 8 Farben der Testskala lediglich leichter darstellbare Pastelltöne umfassen.

Die Testfarben R9 bis R12 werden nicht bewertet, obwohl sie die am stärksten gesättigten Farben sind: Rot, Gelb, Grün und Blau sowie R13 und R14 als Erdtöne. Da die Farbe Rot für das menschliche Auge jedoch extrem wichtig ist - von Kleidung über Lebensmittel bis hin zu Kunstwerken - sorgt ausschließlich ein hoher CRI-Wert der auch zumindest R9 (Rot) mit einschließt für die lebendigste und naturgetreuste Darstellung der tatsächlichen Farbe und natürlich auch aller Farbmischungen, die Rot enthalten - z.B. auch Ultramarinblau enthält noch ca. 12-18% Rot als Farbbestantteil. Fehlt einer Beleuchtung die Farbe Rot bzw. ist ihr CRI für Rot niedrig wird das Ultramarin kälter in Richtung eines dunklen Türkis dargestellt - schlechtes Licht führt so zu falscher Farbe.



R9 ist daher ein sehr wichtiger Parameter weswegen die SORAA CRI Angaben immer auch R9 umfassen!

In einem Restaurant, in der Küche oder am Esstisch möchten Sie, dass Ihre Lebensmittel optimal, frisch und farbgetreu aussehen. Die meisten Lebensmittel wie Fisch, Obst, Fleisch und Gemüse enthalten einen hohen Anteil der Farbe Rot. Wenn die Lichtquelle, die auf diese Lebensmittel gerichtet ist, keinen hohen R9-Wert hat, werden die Lebensmittel in der Regel in einer falschen Farbgebung erscheinen, was meist nicht appetitlich wirkt.

Genauso möchten Sie, dass z.B. Ihre Kunstgegenstände und Gemälde so erscheinen, wie der Künstler es beabsichtigt hat, egal ob sie in einem Museum, einer Kunstgalerie oder bei Ihnen zu Hause sind. Sie wollen immer sicherstellen, dass die Beleuchtung das Kunstwerk in seiner genauesten, lebendigsten Form darstellt und das gesamte Farbspektrum so gut wie möglich wiedergibt.

Gleiches gilt für Menschen und die jeweiligen, unterschiedlichen Hauttöne nochmal in ganz besonderem Maße.

Jetzt wissen Sie, warum Sie bei der Wahl des Lichts bzw. Ihrer Leuchtmittel auf die R9-Spezifikationen achten sollten.
Unser Alltag ist voll mit Rottönen und anderen Farben die signifikante Rotanteile enthalten.
Ein hoher CRI Wert wie ihn einige Hersteller für ihre Produkte reklamieren, ist nahezu bedeutungslos wenn nicht zumindest der Wert für R9
mit eingeschlossen wurde.

Zur Darstellung der Farbe Rot bzw. R9 ist jedoch aus physikalischen Gründen der technische Aufwand hoch.
Dahingegen ist die relativ präzise Darstellung der Pastelltöne R1 bis R8 einfacher und mit weniger anspruchsvoller Technologie erreichbar.

Übliche LED erreichen gerade bei R9 jedoch nur CRI Werte von gerade mal 20-60.

Ein Aspekt am Rande...

Der CRI und seine Palette an Test- bzw. Prüffarben ist international standadisiert gem. DIN / ISO. Das ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Die Kehrseite ist, dass einige Hersteller ihre Leuchtmittel gerade auf die ersten 8 Prüffarben hin optimieren, um mit einem hohen CRI werben zu können. Ähnliches kennen wir aus der Computertechnik wo Grafikkartenhersteller ihre Produkte an bestimmte Performance-Testsoftware anpassen oder der Autoindustrie mit ihren speziellen Anpassungen bei Abgas-Testzyklen.

Ein hoher CRI Wert ist wichtig, aber er alleine sagt nichts über die Qualität und Farbtreue einer Lichtquelle aus.

Mit TM30 liegt inzwischen ein neuer und gegenüber dem einfachen CRI ein wesentlich aussagekräftigeren Standard vor, den SORAA von Anfang an unterstütze. Lesen Sie dazu mehr hier...

 

 

SORAA Leuchtmittel

Beratungstermin anfragen